Nach meinem letzten Post nahm ich mir endlich Zeit für mich selbst. Einfach ein wenig ausspannen. Endlich das tun, was man möchte. Auch mal fernsehen, ohne dabei an die Arbeit zu denken!

Eines Abends, in Zweisamkeit mit mir selbst und meinen Gedanken, dünkte mir, dass mein Hobby meiner (realen) Arbeit doch sehr ähnelt. Ich mag meine Arbeit zwar nicht sonderlich, aber ich führe sie immer mit viel Hingabe und Verantwortung aus. Ebenso wie mein Hobby!

Ich liebe es Stunden über Stunden an der Entwicklung von Tools für Game Development zu verbringen. Am liebsten würde ich das Programmieren zu meiner Lebensaufgabe machen! Es macht unendlich viel Spaß etwas zu programmieren! Jedes noch so kleine Detail immer und immer wieder im Kopf durchzuspielen, dann zu implementieren, um am Ende festzustellen wie perfekt es funktioniert und dass sich all die Anstrengungen gelohnt haben.

Meiner Meinung nach ist keine Arbeit der Welt so anspruchsvoll, abwechselungsreich und lohnend zugleich, wie das Programmieren. Es verlangt einem alles ab, aber schenkt einem das Gefühl Gott zu sein!

Unschwer festzustellen, dass ich meinen Computer nicht lange fernbleiben konnte. Computer sind das einzige, was ich wirklich gut beherrsche. Sie ziehen mich magisch an. Davon abgesehen, sehe ich das Programmieren nicht unbedingt als Arbeit an - es entspannt mich auf irgendeine Weise und verschafft mir Befriedigung. So komisch das auch klingt.

Eines meiner Projekte, das derzeit auf Eis liegt (wie auch viele andere), setzt einige Art Assets voraus. Die konnte ich aber bisher nicht anfertigen, da mir zum Einen das passendes Programm zum erstellen von Pixelgrafiken fehlte und zum Anderen die Lust es zu erlernen. Ich probierte einige Apps aus, bin aber mit keiner zufrieden. Vor einiger Zeit habe ich sogar eines gekauf, Aseprite. Und es ist nah an dem dran, was ich als "gut" bezeichnen würde, aber immernoch nicht ganz das gelbe vom Ei.

Wenn man nicht das findet, was einem zusagt (weil man so ein Besserwisser ist, wie ich, der glaubt er könne es besser machen), ist die einzig logische Schlussfolgerung, es selbst zu Programmieren. - Natürlich überschätze ich mich mal wieder mit so einem Vorhaben maßlos. Aber ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass man im Leben alles schafft, solange man nur an sich selbst glaubt und es wirklich will. Und ich will endlich etwas durchziehen und Erfolg haben!

Meinen ersten Prototypen habe ich in Löve2d programmiert. Nur einige Zeilen Code um mit Ideen zu spielen und zu sehen was geht und was nicht. Anfangs dachte ich, dass ich einen tastaturbetriebenen Editor möchte (ganz ohne Maus), doch es stellte sich schnell heraus, dass es nicht wiklich intuitiv ist.

Das interessanteste, digitale Medium des heutigen Alltags ist, das iPad. Mit dem Finger zu zeichnen ist viel intuitiver als mit der Tastatur Pixel für Pixel zu hämmern. Mit einem Stylus ist das wie ein Cintiq. Außerdem kann man so auch unterwegs arbeiten.

Pixel Apps gibt es zwar schon für das iPad, aber keines (von denen, die ich getestet habe) hat Spritesheet, geschweige denn JSON Export. Pixaki ist bequem, hat aber keine Möglichkeit zur Animation. Sprite Something kann im Prinzip alles, ist jedoch hässlich wie die Nacht und die Bedienung ist grottig.

Außerdem interessiert mich die "Konkurenz" keinen Deut. Ich möchte mein Ding durchziehen und daran wachsen! Also zurück zum Thema :)

Den zweiten Prototyp (getauft in Pixelboy) habe ich in einigen Tagen (in Codea) programmiert.

Das schwierigste daran war die Widerrufen/Wiederholen Funktionalität. Ich wollte von vorn herein eine Möglichkeit einbauen unbegrenzt oft Zurück und Vor zu springen. Das stellte sich aber sofort als sehr schwierig heraus, nicht zuletzt wegen des limitierten Speichers auf den mobilen Geräten. Schlussendlich konnte ich aber einen, meiner Meinung nach, effizienten Weg finden. Wie ganau ich das angestellt habe, werde ich später noch in allen Einzelheiten erzählen ;)

Obwohl Pixelboy bisher gerade einmal ~280 Code-Zeilen wiegt und noch kein Interface besitzt, kann er bereits jetzt Animationen erstellen! Ich glaube, aus diesem Prototyp kann ein interessantes Produkt entstehen.